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Armut

Die soziale Frage und die Gottesfrage sind in der Bibel eng verknüpft. Armut ist sowohl materielle Armut als auch der mit ihr verbundene Ausschluss von gesellschaftlichen Prozessen. Insofern ist Armut auch ein Mangel an Teilhabe.

Das tägliche Brot, um das im Vaterunser gebeten wird, ist nach Schätzungen der Weltbank von 1990 für ein Fünftel der Weltbevölkerung keine Selbstverständlichkeit. Angesichts dieser Situation an Gottes Reich, sein Gebot und seine Gerechtigkeit zu erinnern, eröffnet die Perspektive, das Konzept der sozialen Marktwirtschaft in einen transnationalen Ordnungsrahmen weiterzuentwickeln.

Wesentlich für das Verständnis der Sozialen Marktwirtschaft – so das Wirtschafts- und Sozialwort der Kirchen von 1997 – war und ist, "dass wirtschaftlicher Erfolg und sozialer Ausgleich als gleichrangige Ziele und jeweils der eine Aspekt als Voraussetzung für die Verwirklichung des anderen begriffen werden."